Wiesenbärenklau

Juli 09: Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Diese Pflanze ist Hasen-Besitzern oft als „Hasenbrot“ bekannt, sie dient gut als Viehfutter. Sie ist nicht dem Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt) gleichzusetzen, die aus dem Kaukasus hier eingeführt wurde und der Zierde oder auch als Bienenweide dienen sollte. Der Wiesenbärenklau hat behaarte Blätter, die der Herkulesstaude sind glatt, laufen viel spitzer zu und sind im Vergleich viel größer. Diese dürfen auf keinen Fall berührt werden, da die enthaltenen Furocumarine sehr lichtsensibilisierend wirken und so richtiggehende Verbrennungen auslösen können. Herkulesstauden sollten fachgerecht und mit spezieller Schutzkleidung entfernt werden.

Im Vergleich dazu ist der Wiesenbärenklau ungefährlich. Er enthält zwar auch eine gewisse Menge an Furocumarinen, dies ist aber bei allen Doldenblütlern, zu denen z.B. Dill, Liebstöckel oder Petersilie gehören, der Fall. Empfindliche Menschen können mit einer sogenannten Wiesendermatitis reagieren, was sich in kleinen roten Bläschen auf der Haut äußert, wenn man mit nackten Beinen bei Sonnenschein durch die Wiese läuft.

Er bekam seinen lateinischen Namen Heracleum wohl aufgrund seines starken Wuchses und seiner stattlichen Größe. Läßt man ihn wachsen, wird er bestimmt 1,50 m. Herakles, der griechische Gott, hatte übermenschliche Kräfte. Imposant ist auch der Bär, mit dessen Pfotenabdruck die Blätter des Wiesenbärenklaus verglichen werden und so wird er auch Bärentatze genannt.

Die Silbe –bär- taucht oft in Zusammenhang mit ge-bär-en auf. In alten Schriften findet man den Hinweis, der Bärenklau sei gut „für ehelich wercken“, er stärkt also wohl die Sexualorgane, man sagt ihm auch eine regulierende Wirkung auf die Menstruation nach. In der Volksmedizin wird er selten verwendet bei Verdauungsbeschwerden und nervösen Leiden.

Interessanter ist auf jeden Fall sein kulinarischer Nutzen. Die jungen Blätter sind ganz lecker als Gemüse, die Stiele sind geschält eine Delikatesse, die selbst bei einem Spaziergang roh als Erfrischung dienen können. Die Knospen verwendet man als Brokkoli-Ersatz mit leichtem Zitrusaroma und die grünen Früchte würzen Liköre und Desserts. Es lohnt sich also, aufmerksam auf Wiesen, an Hecken und Wegrändern zu laufen in der Hoffnung, dass nicht alles abgemäht wurde.

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