Weidenröschen

Juli 08: Weidenröschen (Epilobium spec.)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

In der Gattung der Weidenröschen, die zu den Nachtkerzengewächsen gehört, gibt es verschiedene Arten, von denen z.B. das kleinblütige in unseren Gärten als Un-Kraut verbreitet ist. Eine besonders schöne Art ist das schmalblättrige Weidenröschen, das wir oft an Waldlichtungen und Kahlschlägen finden; in der Nachkriegszeit wuchs es als Pionierpflanze häufig auf den Trümmern. Daher stammt auch der Spitzname „Trümmerblümchen“ oder „Feuerbrand“. In Kanada ist es so bekannt, dass es sogar im Wappen des Yukon-Territoriums auftaucht.

Das schmalblättrige Weidenröschen ist eine Bienenweide, die angeblich einen besonders leckeren Honig damit herstellen.

In der Volksheilkunde wird der Aufguss vor allem des kleinblütigen, aber auch des schmalblättrigen Weidenröschens unterstützend genutzt bei Problemen mit der Blase, der Niere und der Prostata. Medizinisch gesehen ist die Wirkung allerdings nicht bewiesen. Als Ersatz für schwarzen Tee lässt es sich aber nutzen.

Auf jeden Fall gehört es in den Kräuterbüschel – mit seinem Meer an Blüten ist das schmalblättrige Weidenröschen dem heiligen Antonius, Patron des Feuers, gewidmet. So sollte es auch gegen das Antoniusfeuer helfen, eine Krankheit, die auf Verunreinigung des Getreides mit Mutterkorn zurückzuführen ist.

Kulinarisch kann man die Weidenröschen sehr gut nutzen, die Blüten als dekorative Beigaben für Salate bis hin zu Desserts, die jungen Blätter in den Salat oder die ältere Pflanze als Spinatersatz. Junge Sprossen haben einen spargelähnlichen Geschmack, die Blätter schmecken säuerlich und nussig mit einem leicht pfeffrigen Nachgeschmack.

Versuchen Sie doch mal einen „Sommerlichen Un-Kraut-Salat“: Geben Sie dazu einfach gemischte Blätter nach Belieben z.B. von Weidenröschen, Wiesenklee, Taubnessel, Giersch und Vogelmiere und nach Belieben einem Blattsalat in eine Schüssel und übergießen dies mit einem Dressing nach Geschmack. Garnieren Sie diesen Salat mit essbaren Blüten, z.B. von Weidenröschen, Klee, Malven, Kapuzinerkresse…

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