Vogelmiere

März 09: Vogelmiere (Stellaria media)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Die auch als Hühnerdarm bezeichnete Vogelmiere wird oft als Un-kraut bezeichnet, da sie sehr ausbreitungsfreudig ist und frisch bearbeitete Stellen im Garten schnell rasenartig bedeckt. Sie wächst und blüht das ganze Jahr hindurch und bringt so eine Unmenge an Nachwuchs hervor, was vielen Gärtnern ein Dorn im Auge ist. Selbst in milden Wintern kann die Vermehrung stattfinden.

Aber auch dieses Kraut hat einen hohen Nutzen und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Um es einmal mit anderen Augen zu sehen: sie hält den Boden feucht und ist somit ein wertvoller Schutz und Mulchersatz in Gärten, aber z.B. auch in Weinbergen, und kann leichte Erosionen verhindern. Für Vögel ist sie ein beliebter und gesunder Snack, worauf der Name schon deutet.

Sebastian Kneipp hat die Vogelmiere in der Heilkunde bekannt gemacht. Aufgrund des hohen Gehaltes an Saponinen wirkt das Kraut als Tee genutzt schleimlösend und er soll rheumatische Beschwerden lindern. Die Pflanze kann äußerlich angewendet bei Hautproblemen helfen.

Interessant ist die Verwendung in der Küche. Achten Sie darauf, die Miere nicht mit dem meist rot, aber auch blau blühenden Ackergauchheil zu verwechseln. Vogelmiere hat eine leicht verdauungsfördernde Wirkung und liefert viele Vitamine und Mineralstoffe. Bereits 150 g können den Tagesbedarf an Vitamin C, Eisen und Kalium decken. Sie schmeckt nach jungem rohen Mais und kann einfach in diverse Salate gegeben werden. Eine Verwendung als Gemüse, z.B. mit Zwiebeln und Speck ist ebenfalls möglich. Oder Sie backen einmal grüne Brötchen: Pürieren Sie 4 Handvoll Kräuter (Vogelmiere, Giersch, Brennnessel, u.a.) mit etwas Milch und füllen Sie damit auf bis auf 300 ml. 1 Päckchen frische Hefe in der Kräutermilch auflösen, 750 g Mehl, 1 Tl Salz, etwas Zucker oder Honig und 150 g Butter hinzugeben und zu einem Teig verkneten. Abdecken und ruhen lassen. Danach formen Sie ihn zu Brötchen, die Sie wieder kurz gehen lassen und backen sie anschließend im 220° heißen Ofen ca. 20 Minuten.

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