Veilchen

März 11 – Veilchen (Viola spec.)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

In alten Poesiebüchern taucht das Veilchen häufig auf: „Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein…“, das beschreibt die bekannteste Bedeutung dieses Pflänzchens. Darüberhinaus wurde es schon früh auch in anderen Kulturen als Symbol für Frühling, Hoffnung und Liebe verwendet. So hatte Aphrodite, die griechische Liebesgöttin, den Beinamen „die Veilchenbekränzte“; Napoleon mochte die Blume so gern, dass sie zu seinem politischen Abzeichen wurde.

Doch auch wenn das Veilchen es sich gerne halb versteckt unter Hecken und in lichten Wälder gemütlich macht, ist es doch kräftig in seinem Überlebensdrang. Seine Verbreitung erfolgt über Ausläufer und über Samen mit ihren ölhaltigen Anhängseln, die gerne von Ameisen weitergetragen werden. Für manchen Schmetterling bildet es die Lebensgrundlage, weswegen es sogar in deren Namen auftaucht, z.B. der Veilchen-Scheckenfalter oder der Veilchen-Perlmuttfalter.

Insgesamt gehören zur Familie der Veilchengewächse über 500 Arten, davon sind die bekanntesten unter anderem das Wohlriechende Veilchen, das Hunds- sowie das Waldveilchen und auch das Acker-Stiefmütterchen. Die weit verbreiteten Garten-Stiefmütterchen entstanden durch Kreuzungen und Auslesen.

Das Wohlriechende Veilchen ist nicht die einzige Art, deren Blüten süßlich riechen, aber das einzige, das in der Parfümindustrie Verwendung findet. Das früher bekannte Veilchen-Parfüm sowie die Veilchenwurzel, die man Säuglingen beim Zahnen gibt, sind allerdings aus der Wurzel von einer Schwertlilienart hergestellt. In der Volksheilkunde wird das Wohlriechende Veilchen auch heute noch bei Halsentzündungen und Bronchitis verwendet, aber nicht die Wurzel, denn die löst Brechreiz aus.

Blüten und Blätter sind essbar und lassen sich Salaten beigeben, die Blätter auch zu Gemüsegerichten, Suppen und Saucen werden mit ihnen leicht angedickt. Aus den Blüten stellt man einen schönen, auch heilsamen Sirup her. In kulinarischer Hinsicht ist das Wohlriechende Veilchen vor allem kandiert bekannt: Dazu schlägt man ein Eiweiß auf, bepinselt damit vorsichtig die Blüten und streut Puderzucker darüber. Gegebenenfalls wiederholen und anschließend trocknen lassen. So sind sie, luftdicht, trocken und kühl aufbewahrt, auch eine Zeit lang haltbar.