Stinkender Storchschnabel

Juli 10: Stinkender Storchschnabel – Ruprechtskraut (Geranium robertianum)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Schwermütige Menschen werden wieder froh und heiter, wenn sie ihn nur liebevoll anschauen, so sagt ein alter Glaube. Diese Pflanze hat viele Namen und zeigt damit ihre Bedeutung, zumindest ihn früheren Zeiten, auf: „Ruprechtskraut“ heißt es, weil es dem heiligen Ruprecht geweiht ist und „Gottesgnadenkraut“, weil seine Wirkung so vielfältig ist. „Storchschnabel“ lässt sich leicht ableiten von der Form seiner Früchte; diese springen bei Reife auf und schleudern die Samen bis über drei Meter durch die Luft. Gerne wächst es in unseren Gärten, wo es durchaus eine Zierde sein kann. Es bevorzugt dabei schattige Ecken, nährstoffreichen Boden, aber auch felsigen Untergrund und sogar Mauern. Die schönen rosafarbenen Blüten haben helle Streifen und sitzen meist paarweise am Ende der Stiele. Diese sind oft rot überlaufen, so wie die Blätter im Herbst sich auch rot färben können. Daraus schloß man in der sogenannten Sympathiemedizin, dass das Ruprechtskraut bei allen Krankheiten hilft, die mit Blut zu tun haben. Der Gehalt an Gerbstoffen bekräftigt diese Vermutung. In der Volksheilkunde wird der Storchschnabel verwendet bei Nasenbluten, Menstruationsstörungen, Hämorrhoiden, aber auch Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Durchfall.

Weitere Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe und vor allem ätherisches Öl, was der Pflanze ihren charakteristischen Duft verleiht. Den nutzte man in früheren Zeiten zum Beispiel um Motten zu vertreiben. Aber kann man diesen Geruch als stinkend bezeichnen?

Manche dürfte auch die Anwendung des Ruprechtskrautes bei unerfülltem Kinderwunsch interessieren. Wie wir alle wissen, bringt ja der Storch die Kinder …

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