Schafgarbe

August 09: Schafgarbe (Achillea millefolium)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Ziemlich bitter schmeckt uns die heutige Pflanze, aber das ist auch gut so. Die Bitterstoffe, die in allen Korbblütlern enthalten sind, regen bereits im Mund den Speichelfluß an und später auch die Magensaftsekretion. Das hilft, besser zu verdauen und so wird die Schafgarbe gerne Bitterlikören zugesetzt. Auch wenn sie eine ausgesprochene Frauenpflanze ist, findet man die Bezeichnung Soldatenkraut, denn die blutstillende Wirkung innerlich und äußerlich ist schon lange bekannt. Sie erhielt ihren Namen von Achilles, der von seiner Mutter in ein Bad getaucht wurde, das ihn unsterblich machen sollte. Dabei hielt sie ihn an der Ferse, an der er fortan verletzlich blieb. Weiterhin ist sie auch als „Heil aller Schäden“ bekannt. Sie hilft ebenso bei Regelstörungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und bei Darm- und Gallebeschwerden. Selbst Schafe scheinen dies instinktiv zu wissen, sie fressen sie gerne, und der Zusatz –garbe stammt von garwe und bedeutet heilen, sie heilt also (nicht nur) die Schafe.

Als Bestandteil des Kräuterbüschels, manche sagen auch „Werzberre“, soll die Pflanze vor allem Negativen schützen. Früher sagte man solch aromatischen Kräutern eine Wirkung gegen die Pest nach.

Im Garten nutzt die Schafgarbe anderen Pflanzen, sie verleiht ihren Nachbarn größere Widerstandskraft und verstärkt den Duft. Wenige Blätter im Kompost fördern die Zersetzung. Auf Wiesen finden wir meist die weißblühende, mit etwas Glück auch eine rosa blühende Schafgarbe. In gezüchteter Form gibt es alle Farbvarianten zwischen gelb und rot.

Achten Sie bei der kulinarischen Verwendung darauf, nicht zu viel essen. Überdosierungen können zu Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Schwindel führen. Bei einer Korbblütlerallergie sollte ganz darauf verzichtet werden.

Traditionell ist ihre Verwendung in der Gründonnerstagssuppe, der neun Kräuter zugesetzt werden. Die jungen Blätter schmecken lecker würzig in Kräuterbutter, -salz und Salaten, es gibt sie den ganzen Sommer über, nachdem die Wiesen gemäht wurden. Die Blüten eignen sich zur Aromatisierung von Essig, Likör und Bowle. Als Gewürz verbessert sie die Verdaulichkeit von fettem Fleisch und findet auch Einsatz bei Wurstwaren. Früher gab man statt des Hopfens Schafgarbe zum Würzen in Bier, es verlängerte ebenfalls die Haltbarkeit.

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