Meerrettich

November 11 – (Armoracia rusticana)  erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Herbstzeit ist Wurzelzeit. Sobald die Blätter anfangen abzusterben bis in den späten Winter hinein ist die richtige Zeit, Wurzeln zu ernten. Hier beim Meerrettich, auch Kren genannt.

Ursprünglich stammt er aus dem südosteuropäischen Raum, so bedeutet der Name wahrscheinlich „der Rettich, der über das Meer zu uns kam“. Eine andere Variante ist der Bezug zu alten Pferden, umgangssprachlich Mähre genannt. Diesen gab und gibt man auch heute noch Meerrettich bei bestimmten Erkrankungen.

Schon vor über tausend Jahren war er bekannt, auf einem Wandgemälde in Pompeji fand man ein Abbild von ihm. So gelangte er über die Römer auch zu uns und wird heute weltweit angebaut. In Deutschland ist vor allem die Gegend zwischen Nürnberg und Forchheim Hauptanbaugebiet, in Baiersdorf gibt es sogar ein Museum ihm zu Ehren.

Meerrettich lässt sich im Garten anbauen, dafür ist ein tiefgründiger lockerer Boden Voraussetzung. Für bis zu 5 cm dicke Pfahlwurzeln werden sie ein bis zweimal ausgegraben und die Seitenwurzeln entfernt. Diese Stauden können stattliche Ausmaße annehmen und läßt man Wurzelstücke in der Erde, treiben diese auch wieder neu aus. Auf feuchten Wiesen und an Bachufern finden wir ihn auch verwildert.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Senfölglykoside, die antibiotisch wirken, und Vitamin C. Vor allem volksheilkundlich wurde er schon lange verwendet bei Husten und Nierenleiden und zur Abwehrstärkung. Auch die Schulmedizin nutzt Meerrettich immer häufiger. Die Anwendung erfolgt innerlich, aber auch äußerlich als Auflage bei rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen. Selbst hohen Blutdruck soll er mildern und die Verdauung fördern. Ein Zuviel kann allerdings Reizungen an Magen, Darm und Niere bewirken und bei Schilddrüsenfehlfunktion ist er nicht angeraten.

Die Verwendung als Gewürz ist bedeutend. Ob in der Kräuterbutter, im Salat, als Soße zu gekochtem Rindfleisch oder als Sahnemeerrettich zu geräuchertem Fisch, die Liste ist lang. Doch auch im Sommer kann man den Meerrettich genießen, denn die jungen zarten Blätter und die weißen Blüten sind eine leckere Zutat zu Quark und Salat mit einem ähnlichen, doch etwas milderen Geschmack.