Löwenzahn

April 10: Löwenzahn (Taraxacum officinale)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Wem geht an einem blühenden Löwenzahnfeld nicht das Herz auf?

Die Sonne spiegelt sich geradezu in den gelben Blütenköpfen und lässt wissen, dass nun endlich der Frühling da ist. Löwenzahn begleitet die Menschen, denn er wächst gerne auf überdüngtem Boden und macht sich sogar zwischen Pflastersteinen breit. Im Garten werden ihn die meisten wohl nicht haben wollen, denn spätestens wenn die kleinen Schirmchen der Pusteblume fliegen, wissen wir, dass es bald noch viel mehr Löwenzahn gibt. Mit seinen langen festen Wurzeln ist ihm nicht so leicht beizukommen. Will man ihn ohne Gift entfernen, bleibt nur noch, ihn auf Knien auszustechen und darauf zu achten, dass er nicht zum Blühen kommt. Im besten Fall wird er gerne als Hasenfutter verwendet und dient als Bienenweide.

Doch nicht umsonst wurde ihm schon eine bekannte Kindersendung gewidmet. Gerade Kinder lieben ihn als Orakelpflanze und basteln Schmuck daraus. Der Milchsaft des Löwenzahns kann Flecken auf Haut und Kleidung zurücklassen, weshalb schon manche Eltern warnten, er wäre giftig. Es kann aber höchstens zu leichten Unverträglichkeiten kommen, wenn empfindliche Menschen zuviel von den Stengeln essen.

Dabei gilt der Löwenzahn auch als Heilpflanze. Einige der Wirkstoffe sind Bitterstoffe, Vitamine, Carotine, Inulin. Er ist ein Hauptbestandteil von Frühjahrskuren, denn die Bitterstoffe regen Niere und Leber zu erhöhter Aktivität an und das hat einen positiven Effekt nicht nur für Rheuma- und Gichtkranke. Insgesamt hat er eine entschlackende Wirkung, was ihm unter anderem auch den Namen „Bettseicher“ eingebracht hat. Außerdem fördert er die Durchblutung des Bindegewebes an und stärkt das Wohlbefinden geschwächter Menschen.

In der Küche lässt sich die Pflanze mit den vielen Namen vielfältig verwenden. Bekannt sind die Blätter als Löwenzahnsalat, dafür verwendet man die jungen. Dazu passt ein Senfdressing mit Speckwürfeln und hartgekochten Eiern, eine hervorragende Vorspeise für die Osterzeit.

Aber auch der Rest der Pflanze birgt kulinarische Überraschungen. Die Knospen enthalten weniger Bitterstoffe und lassen sich als Gemüse oder als Kapernersatz verwenden, die Blüten ergeben in Alkohol eingelegt einen leichten Magenbitter oder eingekocht mit Wasser und Zucker einen honigähnlichen Sirup. Selbst die Wurzeln schmecken als Gemüse. Aus diesen wurde in Notzeiten ein kaffeeähnliches Getränk gekocht, das die Franzosen „mocca faux“ nannten, also falschen Kaffee, daraus wurde bei uns der Muckefuck. Also: nicht ärgern – aufessen.

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