Huflattich

März : Huflattich (Tussilago farfara)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Habegger

Huflattich gilt als Acker-Unkraut und ist eine Pionierpflanze auf wasserstauenden Lehmböden und Schuttplätzen. Seine Wurzeln reichen tief in den Boden und seine Verbreitung erfolgt zwar auch über seinen pusteblumenähnlichen Fruchtstand, mehr aber durch unterirdische Ausläufer.

Ganz früh im Jahr, wenn der Schnee gerade so verschwunden ist, schieben sich schon die schuppigen Stiele mit ihren sonnigen Blüten aus dem Boden und locken die ersten Insekten an. Er gilt als einer der ältesten Hustenvertreiber und war Heilpflanze des Jahres 1994. Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung empfahlen griechische Ärzte, den Rauch der Pflanze einzuatmen, was einen schleimlösenden Effekt haben soll. Manchmal wurde er schon zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Heutzutage greift man eher auf Teemischungen zurück, wobei sich die Blätter als wirkungsvoller erweisen als die Blüten. Verwendung findet Huflattich z.B. bei chronischer Bronchitis und weiteren Lungenleiden, sowie in der Volksheilkunde zur Behandlung von Wunden und Entzündungen.

Nie findet man Blüten und Blätter zusammen, letztere erscheinen erst ab ca. Mai, wenn die Pflanze schon gefruchtet hat. Die Blätter des Huflattichs sind unterseits weißfilzig behaart und mögen deshalb vielleicht schon so manchem Wanderer als natürliches Klopapier aus der Not geholfen haben.

Vor ein paar Jahren tauchte der Verdacht auf, dass Huflattich, der Pyrrolizidinalkaloide enthält, ähnlich wie Beinwell oder Borretsch, krebserzeugend und leberschädigend wirken könne. Der Gehalt steigt an, je älter die Blätter sind und je schlechter die Wuchsbedingungen, sprich Trockenheit, Schatten und und Nährstoffmangel, sind. Die Blüten sind weitgehend frei davon. Grundsätzlich sollte eine Behandlung mit Huflattich nur kurmäßig, also höchstens 6 Wochen pro Jahr erfolgen und Schwangeren ist davon abzuraten. Nichtsdestotrotz macht die Dosis das Gift und Huflattich hat schon immer aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie Schleim, Flavonoiden, Gerb- und Bitterstoffe als Hustenmittel gegolten und ist auch in der Küche nicht unbekannt. Die Blüten riechen nach Honig und lassen sich zu Sirup, Gelee und als essbare Dekoration verwenden. Die jungen Blätter kann man füllen und als Gemüsezusatz verwenden. Natürlich ist wichtig, wie bei allen anderen Wildkräutern auch, darauf zu achten, von sauberen Plätzen zu sammeln und nur so viel zu ernten, dass die Pflanze ungestört weiter wachsen kann.

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