Hopfen

April – Hopfen (Humulus lupulus)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Habegger

Ohne ihn gäbe es heutzutage kein Bier, wie wir es kennen. Denn bis 1516, der Geburt des Deutschen Reinheitsgebotes, verwendete man viele verschiedene Pflanzen zum Brauen, z.B. Schafgarbe, Gundermann und sogar Bilsenkraut. Selbst wenn der Hopfen botanisch zu den Cannabisgewächsen gehört, brauchen wir uns um Rauschzustände keine Sorgen zu machen; wenn doch, liegt es wohl eher am Alkoholanteil des Bieres. Der Grund für die Verwendung des Hopfens als Würze im Bier liegt in den Bitterstoffen in den weiblichen Blütenständen. Gleichzeitig wird die Haltbarkeit erhöht und der Schaum stabilisiert. Hildegard von Bingen beschrieb ihn schon mit den Worten „seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis“. Diese Hopfenzapfen können zum Bierbrauen nur verwendet werden, wenn sie nicht von den männlichen Blüten befruchtet wurden. Deshalb werden in den Anbaugebieten, das größte der Welt liegt in der Hallertau, alle männlichen Pflanzen entfernt. Die Vermehrung erfolgt vegetativ, das heißt über Teilen des Wurzelstockes.

Hopfen wächst gerne auf nährstoffreichen, feuchten Böden und ist daher an Waldrändern und in Gebüschen auch wild bei uns anzutreffen. Manchmal wird er mit der Waldrebe oder ausgewilderten Weinreben verwechselt. Im März treibt er aus dem Wurzelstock heraus, der bis zu 4 m in den Boden reichen kann. Während des Wachstums benötigt er eine Rankhilfe, um die er sich mit seinem rauen, sechskantigen Stiel immer im Uhrzeigersinn herum windet und mit Klimmhaaren festhält. Auch die Blätter sind rau. Die Wildform wird bis zu 7 m hoch, Zuchtformen noch höher. Diese wachsen im Schnitt 10 cm an einem Tag. Damit ist Hopfen sehr gut zum Beschatten z.B. von Terassen geeignet, da er schnell wächst, im Winter oberirdisch abstirbt ist und somit wieder Licht freigibt.

Das „grüne Gold“, wie Hopfen manchmal genannt wird, war Arzneipflanze des Jahres 2007. Es wirkt in mehrerer Hinsicht, appetitanregend, unterstützend bei Zyklusstörungen und bei nervösen Beschwerden sowie Schlafstörungen. Oft wird es mit anderen beruhigenden Pflanzen kombiniert.

Manchmal findet man Hopfenspargel zu kaufen, das sind die unterirdischen weißen Triebe. Doch die bitterstoffreien jungen grünen Triebe von April bis in den Juni hinein sind genauso ein sehr schmackhaftes Gemüse, das ähnlich wie grüner Spargel zubereitet werden kann. Danach werden die Ranken zu hart. Die einfachste und leckerste Zubereitung als Beilage ist, die gewaschen Triebe in Butter leicht anzuschwitzen und zu salzen.