Hagebutte

Oktober 08: Die Hagebutte (Rosa canina)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Unter den Wildpflanzen gilt sie als Königin der Beeren, wobei die Hagebutte – auch Hiffe genannt – botanisch gesehen zu den Sammelnussfrüchten gehört. Dieses Jahr ist ein Hagebuttenjahr und zur Zeit leuchten schon von weitem die stacheligen Sträucher.

Die Wildrosen sind die Urform der Edelrosen und werden als Unterlagen für ebendiese verwendet, da sie robuster sind. Gezüchtet werden Rosen schon seit Tausenden von Jahren, z.B. zur Parfumgewinnung, und sie galten immer schon als Symbol der Liebe, aber auch der Verehrung der Toten. So verwendete man für die Verbrennung von Leichnamen oft Rosenholz. Weiße Rosen gelten als Zeichen der Verschwiegenheit (sub rosa dictum); wenn die Römer Rosen an die Decken hängten, erfolgten geheime Gespräche. Auch Beichtstühle sind oft mit Rosen verziert.

Wildrosen sind Heckenpflanzen, diese dienten in früheren Zeiten dem Schutz vor Wildtieren, Wind und anderen Eindringlingen. Manchmal findet man an den Rosen rötliche Gebilde, die sogenannten Gallen, für deren Entstehung die Rosengallwespe verantwortlich ist. Sie dienen ihrer Fortpflanzung; im Inneren der Gallen gibt es verschieden Kammern, die von den Larven bewohnt werden. Sie werden auch Schlafäpfel genannt, denn unter das Kissen gelegt, sollten sie einen sicheren, beschützten Schlaf gewähren.

Mit Hagebuttentee können wir aktive Vorbeugung gegen Erkältungen betreiben, denn die Früchte haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt unserer einheimischen Pflanzen. Weiterhin gibt es eine nachgewiesene Wirkung auf die Nebennierenrinde und damit auf die Hormonproduktion und die Fruchtsäuren und Pektine wirken leicht abführend.

Sammeln Sie doch mal auf Ihrem nächsten Spaziergang ein paar Hagebutten, die äußere Fruchtschale können Sie trocknen oder für Hagebuttenmark nutzen. Die Kerne selbst brauchen Sie nicht wegzuschmeißen, es ist viel Vanillin enthalten. Daraus können Sie einen leckeren Tee herstellen, der auch gegen Gicht und bei Nierensteinen angewendet werden könnte. Dazu setzen Sie am Abend die Kerne in kaltem Wasser an, lassen sie über Nacht stehen und kochen am nächsten Morgen den Tee, vergessen Sie aber nicht, vorher die Haare abzuwaschen, sie dienten den Kindern früher als Juckpulver.

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