Gundermann

Mai 09: Gundermann (Glechoma hederaceae)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Passend zur Walpurgisnacht geht es heute um ein weiteres Un-Kraut aus dem Garten. Zur Zeit trägt es in den Blattachsen bläulich-violette Lippenblüten, die Blätter stehen sich kreuzweise gegenüber. Der Stiel ist viereckig und zur Blütezeit wächst die Pflanze nach oben, danach kriecht sie rankend über den Boden. Am liebsten wächst sie unter Hecken auf feuchten lehmigen Böden. Sie finden den Gundermann auch in panaschierter Form als Zierpflanze in Gärtnereien.

„Wenn Sie sich in der Walpurgisnacht einen Kranz aus dem Gundermann auf den Kopf setzen, können Sie die Hexen durch die Lüfte reiten sehen.“ Das auch Gundelrebe genannte Kraut ist seit langer Zeit eine Pflanze, mit der viel Mystisches verbunden wurde. Sie war schon bei den Kelten bekannt und dem Donnergott geweiht. Um das Haus vor Gewitter zu schützen, hängte man einen Kranz unter das Dach. Diesen legte man auch Kühen beim Melken um die Euter, um die Milch vor Verhexung zu schützen. Allerdings ist sie weniger als Tierfutter geeignet, für Pferde ist sie sogar giftig.

Als Heilpflanze hatte die Gundelrebe im Mittelalter ihren Höhepunkt. Das Wort „Gund“ ist eine alte Bezeichnung für Eiter, außerdem soll die Pflanze in der Volksheilkunde helfen bei Appetitlosigkeit, Durchfällen, Husten, Entzündungen usw. und äußerlich angewandt zur Wundbehandlung.

Daher stammt auch die Bezeichnung der „Soldatenpetersilie“, denn Gundermann ist nicht nur als Heil- und Zauberpflanze bekannt, sondern auch als Gewürzpflanze. Die darin enthaltenen Gerbstoffe nutzte man vor langer Zeit, um Bier haltbarer zu machen. Den starken Geruch des Gundermanns, den Sie vielleicht aus Ihrem Garten kennen, bewirken die ätherischen Öle, die sich vor allem bei sonnigem Wetter bemerkbar machen. Am besten passt er zu Kartoffelgerichten oder in Kräutersalz, er ist auch ein Bestandteil der Gründonnerstagssuppe. Wenn sie das leicht minzähnliche Aroma mögen, ist auch eine Verwendung in Süßspeisen denkbar.

Probieren Sie doch mal ein Bananen-Gundermann-Eis: Dazu pürieren Sie 2 reife Bananen und 5 g Gundermannblättchen mit 300 g Joghurt und dem Saft einer Zitrone, nach Belieben süßen Sie mit etwas Honig. Darunter heben Sie 200 ml geschlagene Sahne und frieren dies in Portionen ein. Eine schöne essbare Dekoration dazu sind etwas größere Gundermannblätter, die Sie mit geschmolzener Kuvertüre bestreichen und abkühlen lassen.

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