Giersch

Juni 08: Giersch (Aegopodium podagraria)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Giersch – haben Sie ihn auch im Garten und sich schon maßlos darüber geärgert? Von den meisten wird er gehasst, da er sich weit ausbreitet mit seinen unterirdischen Ausläufern. Um ihn loszuwerden müßte man diese alle ausgraben und entfernen, da sich auch aus kleinsten Bruchstücken wieder neue Pflanzen bilden. Oder Sie bedecken die Erde mindestens ein Jahr lang, um ihm das Sonnenlicht wegzunehmen. Oder Sie gehen mit harten Giften dran, um ihn zu zerstören. Aber macht das alles einen Sinn?

Eine Alternative ist, sich einfach mit seinem Feind zu verbünden. Giersch war schon bei den Römern als Gemüse und auch als Heilpflanze beliebt. In Klostergärten wurde er sogar angebaut.

Giersch ist unter anderem als Geißfuß oder Zipperleinskraut bekannt, wobei letzteres auf seine positive Wirkung bei Gicht und Rheuma hinweist. Dabei kann er innerlich als Tee eingenommen werden oder Sie legen zerquetschte Blätter als Wickel von außen auf. Der frische Pflanzensaft kann auch das Anschwellen direkt nach an einem Stich verhindern.

Sein Geschmack geht von möhren- / petersilien- bis hin zu sellerieartig. Junge Blätter passen gut in Salate oder feingehackt in den Kräuterquark. Ältere und damit festere Blätter kann man als Spinatersatz verwenden, z.B. in einer Lasagne. (Achten Sie beim Sammeln auf den dreieckigen Durchschnitt des Stieles, womit Sie eine Verwechslung mit anderen, eventuell giftigen, Vertretern der Doldenblütlerfamilie ausschließen.) Giersch war übrigens fester Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagssuppe.

Probieren Sie doch mal eine selbst hergestellte erfrischende Kräuterlimonade: Dazu nehmen Sie 10-20 Gierschblätter und einen Zweig Pfefferminze und drücken diese in einem Liter Apfelsaft fest aus. Lassen Sie die Kräuter mindestens 3 Stunden ziehen und geben Sie nach dem Abseihen den Saft einer Zitrone hinzu. Anschließend einfach nach Belieben mit Mineralwasser auffüllen. Der Geschmack läßt sich auch mit vielen anderen Kräutern variieren.

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