Gänseblümchen

Februar 10: Gänseblümchen (Bellis perennis)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Der Botaniker Carl von Linné nannte es mit lateinischem Namen „Die ausdauernde Schöne“, denn man kann sich selbst im Winter an wärmeren Tagen an ihren Blüten erfreuen, vorausgesetzt die Sonne scheint. Erst dann öffnet es seinen körbchenförmigen Blütenstand.

Für Rasenbesitzer ist es manchmal ein Dorn im Auge, denn der Rasenmäher kann die flach am Boden liegenden Blätter und Knospen nicht erfassen. Auf den regelmäßig gemähten Rasen- und Wiesenstücken fand es übrigens erst die Möglichkeit, sich auszubreiten, da es sonst durch höher wachsende Gräser und Pflanzen zurückgedrängt wird. Vielleicht lassen sich eifrige Gärtner ja damit trösten, dass die Blumen nicht umsonst auch Maßliebchen und Tausendschön genannt werden. Es gibt sie auch in Zuchtformen in Gärtnereien zu kaufen; setzt man diese in das Blumenbeet wandeln sich die Nachkommen wieder zur Ursprungsform zurück. Mädchen mögen es oft gerne, daraus Blumenketten zu binden oder als Orakel „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ zu nutzen.

In der Pflanzensymbolik steht das Gänseblümchen für Mutterliebe, da sich die Blütenblätter bei Regen schützend über das Körbchen legen, und auch für Unschuld und ritterliche Liebe. Glück und Gesundheit soll es denjenigen bringen, die die ersten drei Blüten im Frühjahr mit den Lippen abzupfen und verspeisen.

In der Pflanzenheilkunde ist das Gänseblümchen trotz seiner nicht vorhandenen Größe durchaus ein großes Mittel. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wie z.B. Saponine, Gerbstoffe und Bitterstoffe kann es Verwendung finden als Blutreinigungsmittel, bei Hautausschlägen, Magen- und Lebermittel, Husten und ist auch in der Homöopathie bekannt.

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass man Gänseblümchen essen kann, sie sind nicht nur eine schöne Dekoration. Legt man halb geschlossene Blüten auf eine warme Suppe, kann man beobachten, wie sich in Windeseile die Köpfchen öffnen. Nebenbei schmecken sie auch noch ganz gut, leicht nussig, und man kann die Blüten und Blätter in den Salat oder ins Gemüse geben; die Knospen lassen sich zu Kapern verarbeiten.

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