Franzosenkraut

September 09: Franzosenkraut (Galinsoga ciliata)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Un-Kräuter haben oft eine Schönheit, die man erst bei genauerem Hinschauen entdeckt. Die Blüten sind meistens kleiner und unscheinbarer, doch wenn man sich erst mal niederbeugt und die Pflanze genauer betrachtet, fühlt man sich vielleicht in die Zeit zurückversetzt, als man noch als Kind die Wiesen durchstreifte und die Pflanzen dort nur als schön betrachtete.

Das Franzosenkraut, um das es heute geht, gehört zu diesen Pflanzen. Betrachten Sie die Blüten doch mal aus der Nähe. Manche kennen es als Knopfkraut; es heißt, dass die Knöpfe der französischen Soldaten eine ähnliche Form hatten wie die Blüten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Franzosenkraut in Europa in den botanischen Gärten angepflanzt und startete von dort aus seine Reise bis in unsere Gärten, wo es allgemein als Unkraut verhasst ist. Seine Verbreitung in Deutschland fällt in etwa in die Zeit wie die Feldzüge Napoleons, daher rührt auch der Name Franzosenkraut.

Es gehört zu den sogenannten Neophyten, das heißt, es ist keine heimische Pflkanze, sondern es stammt ursprünglich aus Südamerika. Schon bei geringem Frost erfrieren die Pflanzen, aber die Samen überdauern den Winter. Ohne Samen ergibt Franzosenkraut einen wertvollen Kompost und es eignet sich als Viehfutter.

Am weitesten verbreitet ist bei uns das behaarte Knopfkraut, man findet aber auch das kleinblütige Knopfkraut. Eine Zeit lang wurde es sogar angebaut, denn die Pflanze eignet sich gut zum Essen. Der Geschmack ist salatartig mild und es kann zu Gemüse gekocht gekocht werden.In Kolumbien ist es traditionelle Würze für eine Hühnersuppe.

Franzosenkraut hat mit den höchsten Eisengehalt unter den Pflanzen und auch fast so viel Calcium wie die Brennnessel, was es zu einem sehr gesunden Gemüse macht.

Probieren Sie doch mal Franzosenkraut als Pastasauce: Dazu würfeln Sie zwei Frühlingszwiebel und schwitzen sie in etwas Olivenöl an. Hacken Sie 500 g Franzosenkraut und geben dies mit 100 g gewürfelten, getrockneten Tomaten dazu. Gewürzt werden kann mit einer Zehe Knoblauch, Salz, Pfeffer und Thymian und mit einem Becher Sahne wird abgelöscht.

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