Buche

Oktober 11 – (Fagus sylvatica)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Die häufigste Baum-Art in unseren Wäldern ist die Rotbuche. Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden, manchmal auch noch mehr. Aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und Vorteilen für die Natur wird sie auch als „Mutter des Waldes“ bezeichnet.

Nicht nur die glatte, silbergraue Rinde weist auf eine Verwendungsmöglichkeit aus vergangenen Tagen: in der Zeit, als noch Runen verwendet wurden, ritzte man diese auf Buchenstäbe, daraus ergibt sich unser Wort „Buchstabe“, genauso wie das „Buch“.

Dieses Jahr ist wieder ein Mastjahr, das heißt, die Bäume haben viele Eicheln, Bucheckern und andere Früchte produziert. Früher wurde das Vieh in dieser Zeit in den Wald getrieben um sich dort das energiereiche Futter zu suchen. Heutzutage wird daraus vor allem Saatgut  gewonnen.

Wälder, in denen viele Buchen wachsen, sind meist stabil, denn sie wurzeln tief und fest in der Erde und die Blätter sorgen für eine gute Humusbildung. Ihre im Vergleich zu anderen Laubbäumen sehr gute Schattenverträglichkeit ist gut geeignet für die Waldverjüngung. Vor allem im Frühjahr findet man eine relativ große Vielfalt in der Krautschicht, da das Blätterdach noch nicht geschlossen ist. Typische Pflanzen dort sind Buschwindröschen, Bärlauch, Waldmeister und noch viele andere. Auch für die Tierwelt ist ein artenreicher Buchenmischwald wichtig. Etwa 7000 Tierarten sind auf den Buchenwald angewiesen, auch auf das Totholz.

Nicht zu vergessen ist die ökologische und ökonomische Bedeutung für uns Menschen. Heimisches Buchenholz kann vielfältig verwendet werden, z.B. für die Möbelherstellung, Bodenbeläge, Haushaltsbedarf und Spielzeug, weiterhin als Brennholz und, vor allem früher, zur Glasherstellung in Form von Holzkohle und Pottasche. Selbst die einfache Asche als Rückstand nach der Verbrennung wurde als eine Art Waschlauge verwendet oder als Dünger auf den Feldern ausgebracht.

Heilkundlich wird die Buche  gar nicht mehr verwendet außer in der Bach-Blüten-Therapie als Beech-Blüte.

Kulinarisch hat sie schon mehr zu bieten. Nicht essbar an sich sind Buchenspäne, doch wichtig waren sie schon immer zum Konservieren von Fleisch und Fisch durch das Räuchern. Schon im Frühjahr die ersten Blätter sind die zartesten im Wald und lassen sich aufs Butterbrot legen oder in den Salat geben. Und nicht zuletzt kennen viele die Bucheckern, die jetzt reif sind. In früheren Zeiten hatte das daraus gewonnene Öl Bedeutung für die Selbstversorgung und gilt heute noch als Delikatesse. Doch roh sollte man nicht zuviele auf einmal essen, da sie Blausäure, Oxalsäure und Fagin enthalten, das leicht giftig ist. Durch Rösten und Kochen werden diese Stoffe aber abgebaut und es steigert zudem noch den Geschmack. Geröstete Bucheckern kann man dann verwenden wie andere Nüsse, über dem Salat, in Plätzchen, Kuchen oder als Snack wie Erdnüsse geröstet und gesalzen.