Brennnessel

September 08: Brennnessel (Urtica dioica)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Fast weltweit verbreitet findet man die Brennnessel auf stickstoffreichen Böden. Als Pionierpflanze besiedelt sie freie Stellen recht schnell und wird von den meisten Gartenbesitzern bekämpft, da jeder schon mal schmerzhafte Erfahrungen mit ihr gemacht hat. Allerdings gilt es zu bedenken, dass es ca. 50 Schmetterlingsarten gibt, deren Raupen auf die Brennnessel als Futterpflanze angewiesen sind, so dass man ihr gerade in größeren Gärten ein Plätzchen gönnen könnte.

Aufgrund ihres hohen Stickstoffgehaltes eignet sie sich hervorragend, um eine Jauche herzustellen, die als Dünger genutzt wird; der Anteil an Kieselsäure wirkt stärkend gegen Fraßfeinde.

Auch für uns Menschen sollte die Brennnessel einen hohen Stellenwert einnehmen; Pfarrer Künzle meinte dazu, wenn die Brennnessel keine Brennhaare hätte, wäre sie aufgrund ihrer guten Eigenschaften schon längst ausgerottet.

Zu Recht wird sie als „Königin unter den Heilpflanzen“ bezeichnet, sie wirkt nicht nur harntreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend und der positive Effekt auf Prostatabeschwerden wurde nachgewiesen. Die Liste ihrer positiven Eigenschaften ist lang.

Brennnesselgemüse aus den jungen Blättern kennen bereits viele, gerade im Frühjahr kann man damit seine Vorräte mit Vitaminen und Mineralstoffen wieder auffüllen. Noch nicht so bekannt ist die Verwendung der Früchte, die jetzt reif werden. Ihnen wird nachgesagt, eine leistungssteigernde Wirkung zu haben, bereits der Dichter Ovid pries sie als Aphrodisiakum. Durch ihren hohen Gehalt an gesundem Öl, Vitamin E und auch Carotinoiden leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Ernährung. Mit ihrem nussigen Geschmack kann man sie frisch vom Strauch essen oder auch trocknen und z.B. über das Müsli geben oder als Panade nutzen. In Butter gebraten, leicht gesalzen und in essbare Blüten z.B. der Malve gefüllt ergeben sie eine leckere und gesunde Vorspeise.

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