Berberitze

November 08: Berberitze (Berberis vulgaris)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Die Berberitze, die auch Sauerdorn oder Essigbeere genannt wird, ist als Heckenpflanze sehr beliebt, denn sie trägt sehr spitze Dornen und schützt so vor Eindringlingen. Sie kommt verbreitet in Europa, Nordafrika, Teilen Amerikas und Asiens vor. Da die Berberitze allerdings auch Zwischenwirt eines Getreideschadpilzes ist, wurden ihre wilden Vorkommen in manchen Gegenden fast ausgerottet.

Vögel freuen sich sehr über die Früchte und sorgen für die Verbreitung. Sie finden in der Hecke ein ideales Versteck.

Rinde und Wurzel dienten früher als gelbes Färbemittel für Textilien, Leder und Holz, letzteres ist sehr hart und wird gerne zum Drechseln oder für Einlegearbeiten genutzt.

Der Sauerdorn enthält in allen Teilen außer den Früchten verschiedene Alkaloide, die die Pflanze ungenießbar machen. Vergiftungserscheinungen äußern sich durch Nasenbluten, Benommenheit und Atembeschwerden bis hin zum Atemstillstand.

Gleichzeitig ist die Berberitze aber auch seit der Antike als Heilpflanze bekannt und man kann Leber-, Niere und Gallebeschwerden, aber auch Rheumatismus und Verstopfung mit ihr behandeln, vor allem in homöopathischer Form.

Im Frühjahr trägt die Berberitze gelbe Blütentrauben mit starkem Geruch; die Früchte, die jetzt rot und reif sind, sind spindelförmig, schmecken sehr sauer und sind sehr vitaminreich. Am beliebtesten ist ihre Verwendung vor allem im Iran, wo ein traditionelles Reisgericht mit getrockneten Berberitzen gewürzt wird. Am besten lassen sie sich als Saft (ohne die Kerne) verwenden, aus dem man auch Marmelade, z.B. mit Birnen, herstellen und der als Ersatz für Zitronensaft dienen kann. Mit ihm läßt sich Appetitlosigkeit bekämpfen und er gilt sogar als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen.

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