Acker-Schachtelhalm

Juni 10: Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)

erschienen im Main-Echo, © Morgane Bannöhr

Wer ihn hat, wird ihn nicht mehr los. Seine Verbreitung erfolgt über einen reich verzweigten Wurzelstock, der bis zu zwei Meter tief im Boden liegt. Wie beim Huflattich erscheinen erst die sporentragenden Frühjahrstriebe, die blass-bräunlich einem Pilz ähnlich sehen. Erst danach wachsen grüne Sommertriebe, die aussehen wie kleine, feingliedrige Tannenbäumchen. In Urzeiten gab es nur diese Art von Pflanzen, die keine Blüten trugen, so auch Farne und Moose. Wichtig ist, ihn nicht mit anderen, giftigen Arten zu verwechseln, eine Unterscheidung kann sehr schwierig sein.

Sein Aussehen trug dazu bei, dass er früher als Aphrodisiakum genutzt wurde. Wegen der ineinander geschachtelten Glieder schloss man auf eine Stärkung der „inneren Glieder“. Seine positiven Wirkungen auf Haut und Haar gab sicher ein übriges.

Schachtelhalm fühlt sich hart und rau an und enthält sehr viel Kieselsäure. Das verlieh ihm früher den Namen Zinnkraut, denn damit putzte und polierte man vor allem Zinngeschirr, Aluminium, Kupfer und sogar Holz. Aber auch für die Gesundheit ist Kieselsäure nützlich, sie wirkt gewebefestigend und blutstillend. Weitere Anwendungsgebiete von Ackerschachtelhalm in Tees sind chronischer Husten, Nieren- und Blasenerkrankungen und stoffwechselbedingte Schwellung der Beine. Verwendet wird immer nur der unfruchtbare grüne Trieb.

Im Garten und der Landwirtschaft gilt er als kaum zu vernichtendes Unkraut und weist auf Bodenverdichtung und mangelnden Humus hin. Dafür wird aber gerne ein Kaltwasserauszug von ihm verwendet, der als Stärkungsmittel für Pflanzen dient und zum Beispiel gegen Mehltau hilft.

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