Wilder Schnittlauch

Februar – Wilder Schnittlauch (Allium vineale)

© Morgane Habegger

Frischer Schnittlauch im Februar? Den gibt es tatsächlich, und zwar nicht nur aus dem Supermarkt. Vor allem auf Streuobstwiesen und in Weinbergslagen ist der wilde Schnittlauch zu finden und ragt im Frühjahr über das kommende Gras hinaus. Bereits im Herbst sind die ersten Triebe zu finden, so dass man das ganze Jahr mit frischem Schnittlauch versorgt sein kann, in der warmen Jahreszeit mit kultiviertem Schnittlauch (Allium schoenoprasum), von Herbst bis Frühjahr mit seinem wilder Bruder (Allium vineale). Die Blütezeit des Weinberglauchs ist im Sommer, genießbar sind die grünen Röhren dann nicht mehr, weil sie hart werden. Im Unterschied zum kultivierten Lauch bildet er nur wenige Blüten, bemerkenswert sind dafür die Brutzwiebeln auf den kugeligen Blütenständen, die dort auch schon austreiben können. Diese, wie auch die Zwiebeln in der Erde, wurden früher als Ersatz für Speisezwiebeln verwendet. Hat sich der wilde Schnittlauch einmal im Garten angesiedelt, werden Sie immer Ihre Freude daran haben, da er sich auf passendem Boden gerne ausbreitet, sogar im Rasen.

Ein Gebrauch als Heilpflanze ist nicht bekannt, geschätzt wird Schnittlauch vor allem als Gewürzpflanze. Verantwortlich für den würzigen Geschmack sind Lauchöle, außerdem enthält Schnittlauch viel Vitamin C und A.

Weinberglauch ist von bläulichgrüner Farbe, die Blätter sind rund, hohl und oberseits mit einer Rinne, so dass er mit Gras nicht verwechselt werden kann, doch spätestens, wenn sie ihn vorsichtig abschneiden und daran riechen, bemerken Sie den Unterschied. Verwendet wird er genauso wie sein Bruder. Probieren Sie doch mal ein gutes frisches Bauernbrot mit Butter und feingeschnittenem Weinberglauch.